Die Mumifizierung in Afrika

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Bei der fachgerechten Bandagierung der ägyptischen Mumien musste der Priester Unmengen an Leinen verarbeiten. Zur sachgemäßen Umhüllung musste erst jeder Finger und jeder Zeh einzeln umwickelt werden, bis dann die ganze Hand und der ganze Arm eingehüllt wurden. Erst dann wurde der ganze Körper mit den Leinenbinden umhüllt. Zur Zeit der Römer ging der Trend dann zusätzlich zu Kassettenmustern, in denen gewickelt wurde.

Der Totenkult der Ägypter hat sich über die Jahrtausende stark ausgeprägt. Die kulturellen Hintergründe wurden auf dieser Seite nicht erwähnt, sind aber wichtig für den Kontext.
Mehr zum Reich der alten Pharaonen, speziell zu ihrer Kultur, ist auf dieser HP zu finden.

Die Entwicklung der ägyptischen Mumifizierung

Die ägyptische Kultur war eine Hochkultur, die bereits vor 5000 Jahren entstand und innerhalb von kürzester Zeit Wissenschaften wie Mathematik, Astronomie und Medizin ausbildete sowie einige der imposantesten Bauwerke der Weltgeschichte erschuf. Es wundert nicht, dass diese hochreligiöse Kultur die Mumifizierung, für damalige Verhältnisse, bis zur Perfektion trieb. So existierte dieses Imperium der Pharaonen über 3000 Jahre lang. Innerhalb dieser gewaltigen Zeitspanne konnten sie die Techniken der Mumifizierung immer weiter verbessern. Man kann die Entwicklung der Mumifizierung in Ägypten in fünf Zeitabschnitte einteilen.

um 3000 v. Chr.: Die Toten wurden in Tierhäute oder Matten gehüllt und im heißen Wüstensand begraben, der den Körper auf natürliche Weise mumifizierte.

Altes Reich: Der Körper wurde mit Leinen umwickelt. Bei einigen Verstorbenen fing man an die Organe aus dem Körper zu entnehmen. Das reichte aber bei weitem noch nicht aus. Bei den Mumien aus dem Alten Reich sind nur noch Gewebereste und Knochen vorhanden. Die Leinenhüllen sind aber noch in einem sehr guten Zustand. Auf den Leinen wurden Augen, Mund und Nase oder auch Genitalien und bei Frauen die Brüste nachmodelliert oder gemalt.

Mittleres Reich: Das Gehirn wurde nun auch vereinzelt aus dem Schädel entfernt. Diese Anwendung wurde aber nur bei hohen Persönlichkeiten angewandt. Der Körper wurde nun mit Sägespänen und/oder Leinen aufgefüllt.

Neues Reich: Aus dieser Epoche sind die besterhaltensten Mumien vorhanden. Das Gehirn wurde nun bei allen Toten entfernt und es gelang endlich den Körper sehr gut zu konservieren.


Abb.22: Ramses II

Schrittfolge:
  1. Schädel
    • das Gehirn wurde mit einem Eisenhaken verquirlt
    • dann aus der Nase ausgegossen
    • den Schädel befüllte man mit erhitztem Salböl (Salböl erstarrte)
  2. Ausweidung
    • der Bauch wurde mit einem scharfen Stein geöffnet
    • und die Eingeweide entfernte man
      • diese wurden mit Natronsalz behandelt und mit Palmwein befüllt
      • das Herz wurde nicht entfernt
      • die konservierten Organe wurden in Leinen gewickelt und in Kanopen verwahrt
  3. Konservierung
    • trockenes Natronsalz wurde in den Körper sowie von außen aufgetragen
    • sie ließen den Leichnam 35-40 Tage austrocknen
    • danach wurde er von Innen und Außen mit Salböl eingerieben
  4. Präparation
    • die leere Körperhöhle wurde befüllt (Leinen/Sägespäne)
    • und der Schnitt im Bauch wurde mit Leinen oder einer Wachsplatte verschlossen
    • man wickelte den Toten mit einem Brett oder Stock (zum besseren Halt) in Leinen
      • zwischen die Leinen legte man Amulette
    • eine Totenmaske mit idealisierten Zügen wurde dem Toten aufgesetzt
    • schließlich bettete man ihn in einen oder mehrere Sarkophage

Römisch - Koptische Zeit: Die Verstorbenen wurden nun nicht mehr so sorgfältig mumifiziert. Die Mumifizierungen gingen aber immerhin noch bis in die christliche Zeit hinein. Selbst koptische Mönche bestanden noch darauf, bis die Kirche den heidnischen Brauch verbot.


Abb.23: Frauenmumie aus der römisch- griechischen Zeit


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