Die Mumifizierung in Europa

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In diesem Fall war die Art der Mumifizierung die kontrollierte Gerbung im Moor. Doch die meisten Moorleichen sind durch unglückliche Zufälle zu eben diesen geworden. Die Konservierung war dabei so zu sagen ein Vesehen.

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Ahnengeister als Glücksbringer in Cladh Hallan

Die Bewohner der schottischen Hebriden um Cladh Hallan auf South Uist konservierten schon vor 3500 Jahren ihre Toten. Dies taten sie ohne den Einfluss der Ägypter, die zur gleichen Zeit dieser Tradition nachgingen.


Abb.12: Kennzeichnung South Uist, der schottischen Hebriden

Die Menschen waren sich der mumifizierenden Eigenschaften der sie umgebenden Moore bewusst und machten sie sich für ihren Totenkult zu nutze.

Durch den im Hochmoor fehlenden Sauerstoff und die braune Humussäure, welche das fehlen von Calcium und Stickstoff verursacht, wird das Bakterienwachstum gehemmt. Weiterhin wird durch die Säure die Haut der Leichen gegerbt, Knochen und Kleidung jedoch zersetzt. Nach Beendigung dieser Konservierung hatten die Leichen einen lederartigen, brauen Teint.

Die Bewohner von Cladh Hallan wussten genau wie lange der tote Körper im Moor liegen musste, damit er zwar konserviert war, jedoch die Knochen noch nicht zersetzt wurden. Sie versenkten die Toten 1 - 1,5 Jahre im Moor um sie dann als personifizierte Ahnen und Wächter in den Behausungen aufzubewahren.

Rund 1100 v. Chr. wurden die Mumien schließlich in den Fundamenten ihrer Häuser bestattet, nachdem sie hunderte Jahre in den Häusern verweilten. Woher dieser Sinneswandel kam ist bis Heute ein Rätsel.


Abb.13: Die Frau von Cladh Hallan & Abb.14: Der Mann von Cladh Hallan

Interessant ist auch, dass eine der Mumien aus drei Personen zusammengesetzt war. Das Skelett eines etwa 20-jährigen Mannes, der etwa 1600 v. Chr. verstarb, hatte den Schädel und die Halswirbel eines zweiten, erst 1500-1400 v. Chr. verstorbenen, sowie den Unterkiefer eines dritten Mannes.

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